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Lambertus Apotheke

Peter Krösinger
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Unser körperliches Wohlbefinden ist von sehr vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig. Ganz entscheidend für dieses Wohlbefinden ist eine gesunde Ernährung und ein gut funktionierendes Verdauungssystem.

Der Magen-Darm-Trakt ist ein durchgehendes zylinderförmiges Organsystem, das in folgende Abschnitte Verdauungstrakte gliedert ist:

    * Mund-Rachen-Raum (Oropharynx)verdauungstrakt
    * Speiseröhre (Ösophagus)
    * Magen
    * Dünndarm,


unterteilt in:

    * Zwölffingerdarm (Duodenum)
    * Leerdarm (Jejunum)
    * Krummdarm (Ileum)
    * Dickdarm
    * Enddarm


In den Verdauungstrakt münden die Mundspeicheldrüsen, die Bauchspeicheldrüse und die Gallenblase.

Aufgaben des Magen-Darm-Trakts

    * Verdauung
          o Unter Verdauung versteht man die Spaltung der Nahrung in Bruchstücke, die der Körper anschließend aufnehmen kann.
    * Resorption
          o Die Endprodukte der Verdauung (gespaltene Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße) sowie Wasser, Salze, Vitamine und Spurenelemente werden aus dem Darmraum über die Darmschleimhaut in das Blut aufgenommen.
    * Ausscheidung
          o Die nicht verwertbaren Bestandteile unserer Nahrung werden zum Enddarm geleitet und dort über den After ausgeschieden.
    * Der Darm hat auch immunologische Funktionen, das bedeutet er ist an der körpereigenen Abwehr beteiligt.
          o Es besteht zudem ein wichtiger Zusammenhang zwischen Befindlichkeit und Verdauung. Das liegt daran, dass unser Darm wie unser Gehirn über eine große Anzahl von Nervenzellen verfügt. Er ist sozusagen unser “2. Gehirn”. Das zeigt sich auch daran, wenn wir verliebt sind und “Schmetterlinge im Bauch haben”, “Wut im Bauch” verspüren oder uns ein Problem “auf den Magen schlägt”.


Funktionen der einzelnen Organe

Dem Transport der Nahrung dienen der Mund-Rachen-Raum und die Speiseröhre. Reservoirfunktion haben v. a. Magen und Rektum. Der Dünndarm ist der Hauptort für die Verdauung und die Resorption.

Mund-Rachen-Raum

Die Verdauung beginnt bereits in der Mundhöhle. Die Nahrung wird während des Kauens zerkleinert und intensiv mit Speichel vermischt. Beim Schlucken passiert der Speisebrei den Rachen und gelangt in die Speiseröhre.

Speiseröhre

Die Speiseröhre ist ein etwa 25 cm langer Muskelschlauch, der durch rhythmische Bewegungen den Speisebrei zum Mageneingang weiter transportiert. An beiden Enden der Speiseröhre befinden sich spezielle Verschlusseinrichtungen (sog. Sphinkter). Gelangt die Nahrung an das Ende der Speiseröhre, so öffnet sich die untere Verschlussklappe, und die Nahrung gleitet in den Magen. Gleichzeitig verhindert die untere Verschlussklappe auch den Rückfluss des Speisebreis aus dem Magen.

Auf diese Vorgänge haben wir selbst keinen Einfluss. Sie unterstehen einer unbewussten Kontrolle.

Magen

    * Der Magen wird in 5 Abschnitte eingeteilt:
    * Mündungsgebiet der Speiseröhre (Kardia)
    * Magenkuppel (Fundus)
    * Magenkörper (Korpus)
    * Erweiterung vor dem Magenausgang (Antrum)
    * Magenpförtner (Pylorus)


Der Magen ist ein Hohlorgan, in dessen Wand sich Muskeln und Drüsen befinden. Die Muskeln halten den Magen “in Bewegung”. Unterschiedliche Zellen in der Magenschleimhaut produzieren den stark salzsäurehaltigen Magensaft, der die weitere Spaltung der Nahrung einleitet. Der Magen hat ein maximales Fassungsvermögen von 1,5 Litern Im Magen werden die geschluckten Speisen gespeichert, zerkleinert und homogenisiert (gleichmäßig vermischt). Nach einer Verweildauer von 1 – 5 Std erfolgt die portionsweise Entleerung des Speisebreis in den Darm.

Die Abgabe in den Darm erfolgt reflektorisch, wird u. a. aber auch von der Beschaffenheit des Mageninhalts beeinflusst: Fetthaltiges, grob zerkleinertes und konzentriertes Essen verlässt den Magen langsamer als flüssige, stark zerkleinerte und zuckerreiche Nahrung

Magen

In den einzelnen Magenabschnitten befinden sich unterschiedlich spezialisierte Drüsenzellen, die neben Schleim vor allem salzsäurehaltiges Sekret als auch Verdauungsenzyme abgeben.

 - Die Verdauungsenzyme sind Eiweißkörper, die die Nahrungsbestandteile weiter zerkleinern.

- Der Magenschleim überzieht die Magenwand durchgehend als Schutz vor der Selbstverdauung. Zusätzlich ist aber auch die Intaktheit der Magenwand die wesentliche Voraussetzung nicht von der Salzsäure angegriffen zu werden.

- Die Salzsäure säuert den Speisebrei an, leitet die Eiweißverdauung ein und tötet mit der Nahrung aufgenommene Mikroorganismen ab.

- Außerdem wird der sog. Intrinsic Factor, der für die Aufnahme von Vitamin B12 im Darm notwendig ist, von entsprechenden Zellen sezerniert. Fehlt der Intrinsic-Factor, kommt es zu einem Vitamin B12-Mangel, der sich in Blutarmut, Störungen im Nervensystem und geschädigter Mund- und Rachenschleimhaut äußert.

Magensaft

Täglich werden 2-3 Liter Magensaft abgegeben. Die Abgabe wird im Zusammenhang mit der Verdauung reguliert. Im Nüchternzustand werden nur geringe Mengen (50 – 70 ml/h) eines zähflüssigen, neutralen Sekrets abgegeben. Dagegen kommt es mit der Nahrungsaufnahme zur Bildung eines stark sauren, enzymreichen Sekrets.

Dünndarm

Der gesamte Darm hat etwa eine Länge von 6 Metern. Der Dünndarm erstreckt sich über 3,5 – 4 Meter vom Pylorus (Magenpförtner) bis zur Einmündung in den Dickdarm und gliedert sich in folgende 3 Abschnitte:

    * Zwölffingerdarm (Duodenum)
    * Leerdarm (Jejunum)
    * Krummdarm (Ileum)


Im Zwölffingerdarm und den folgenden Dünndarmabschnitten wird die Säure neutralisiert und Verdauungsenzyme schließen den Speisebrei weiter auf. Hierzu fließen aus der Bauchspeicheldrüse und der Gallenblase fettlösende und enzymhaltige Sekrete in den Darm ein, die sich dort mit dem Darmsaft und dem Nahrungsbrei vermischen. Die Funktion des Dünndarms ist die Weiterverdauung des Speisebreis.

Eine Besonderheit der Dünndarmschleimhaut ist ihre enorm große Kontaktoberfläche (ca. 200 m²), die den idealen Ort für die Einschleusung der Nahrungsbausteine in unseren Körper darstellt.

Durch wellenförmige Bewegungen der Darmmuskulatur wird der Darminhalt weiter in den Dickdarm transportiert.

Dickdarm

Der Dickdarm schließt den Magen-Darm-Trakt ab und gliedert sich in die 3 folgenden Abschnitte:

    * Blinddarm (Caecum) mit Wurmfortsatz (Appendix vermiformis)
    * Grimmdarm (Kolon)
    * Mast- oder Enddarm (Rektum)


Im Dickdarm erfolgt eine abschließende Eindickung der unverdaulichen Nahrungsreste durch Aufnahme von restlichem Wasser und Mineralstoffen. Durch Beimengung von Schleim wird der “Stuhl” gebildet.

Gleichfalls sorgt die Darmflora im Dickdarm für eine Aufspaltung der für die Verdauung so wichtigen Ballaststoffe und versorgt die Darmschleimhaut mit essentiellen Nährstoffen.

Je nach Nahrungszusammensetzung und psychischem Zustand beträgt die durchschnittliche Passagezeit beim Erwachsenen etwa 20-30 h mit Schwankungen zwischen 5 und 70 h.

Die unverwertbaren Bestandteile unserer Nahrung werden zum Enddarm geleitet und dort über den After ausgeschieden.

Die tägliche Stuhlmenge bei ausgewogener Ernährung beträgt ca. 100 –150 g. Die Defäkation (Darmentleerung) schwankt normalerweise zwischen 3-mal/Tag und 3-mal/Woche.

Wichtig:

Diarrhöe und Obstipation sind immer nur Symptome einer Grunderkrankung und sollten nicht als eigenständiges Krankheitsbild aufgefasst werden!

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