|
Das Bild der Frau in der Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren zum Glück deutlich verändert. Entsprechend selbstbewusst werden „Frauenprobleme“ nicht mehr schamhaft verschwiegen, sondern mehr oder weniger offen diskutiert: so auch das Thema Wechseljahre. Die Wec hseljahre sind keine Krankheit, sondern eine Zeit der physiologischen Hormonumstellung. Hormone beeinflussen direkt Stoffwechsel und Psyche, Veränderungen wirken sich zwangsläufig physisch und psychisch aus
Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, umfassen einen Zeitraum von 20 - 25 Jahren. Sie beginnen mit dem 40./45. Lebensjahr, der so genannten Prämenopause. Von da an sinkt der Östrogenspiegel langsam ab.
Dass die Prämenopause begonnen hat, bemerkt die Frau daran, dass ihre Monatsblutungen unregelmäßig werden. Auch erste psychovegetative Beschwerden können auftreten. Der genaue Zeitpunkt hängt jedoch ab von individuellen Faktoren, beispielsweise erblicher Veranlagung, körperlicher Konstitution (Ernährungssituation, Größe, Gewicht, Fettverteilung), seelischen Belastungen und sozialer Situation.
Nach 6 – 10 Jahren beginnt dann die Perimenopause, das eigentliche Klimakterium. Die Frauen klagen nun über die typischen Wechseljahresbeschwerden, wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche Die Monatsblutungen werden deutlich unregelmäßig und irgendwann zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr (in unserer Gesellschaft meistes mit etwa 52 Jahren) kommt es zur letzten Blutung. 2 - 3 Jahre danach erreichen die Wechseljahresbeschwerden ihren Höhepunkt. Anschließend, mit der dritten Phase der Wechseljahre, Postmenopause genannt, nehmen sie langsam wieder ab. Abgeschlossen sind die Wechseljahre bei den meisten Frauen mit dem 65. Lebensjahr.
Neben diesen biologischen Anpassungen kommt hinzu, dass die meisten Frauen der Menopause nicht unbedingt positiv entgegensehen. Mit dem Ende der Menstruation nehmen zwar die monatlichen Beschwerden und die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft ab, viele Frauen befürchten aber damit auch einen Verlust ihrer Attraktivität. Gleichzeitig fällt diese Phase meist in eine Zeit der sozialen Umorientierung: Die Kinder sind aus dem Haus oder zumindest weitgehend selbständig, die Karriere hat ihren Höhepunkt erreicht. Das Selbstwertgefühl nimmt ab.
Die typischen Wechseljahresbeschwerden:
Drei Arten von Beschwerden werden unterschieden:
* Vegetative Symptome * psychische Symptome * organische Beschwerden.
Zu den vegetativen Symptomen zählen die Hitzewallungen, weiterhin Schweißausbrüche, Herzklopfen, Kopfschmerzen und Schwindelanfälle. Insbesondere die Hitzewallungen sind ein untrügliches Zeichen der hormonellen Umstellung. Der Frau wird plötzlich unangenehm warm, vor allem im Bereich der oberen Körperhälfte und das Gesicht rötet sich. Oftmals folgt ein Schweißausbruch. Die Hitzewallungen treten überraschend auf, halten wenige Sekunden bis zu 30 Minuten an und können sich mehrmals pro Stunde wiederholen, manchmal begleitet von Herzrasen. Oft treten sie nachts auf und stören den Schlaf. Verstärkt werden sie durch Stress, Freude, Ärger, schweißtreibende Tees, Kaffee, Alkohol und hohe Umgebungstemperaturen.
 Zu den psychischen Symptomen gehören Stimmungsschwankungen, Depressionen, Schlafstörungen, Konzentrationsmangel, Gereiztheit, und Nervosität. Die Ursache hierfür liegt jedoch weniger an der Östrogenabnahme, sondern vielmehr an den Veränderungen im persönlichen Umfeld der Frau, beispielsweise weil die Kinder aus dem Haus sind und eine neue erfüllende Aufgabe fehlt.
Zu den typischen organischen Beschwerden zählt die trockene Haut. Betroffen sind die Schleimhäute der Nase (trockene Nase, Borkenbildung), der Augen (Brennen), des Mundes und der Vagina (Juckreiz, Entzündungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, erhöhte Infektanfälligkeit). Außerdem nimmt insgesamt die Muskelmasse ab. Speziell durch den Muskelschwund in Blase und Harnröhre kommt es bei jeder dritten Frau zu einer Harninkontinenz. Auch Wasseransammlungen, Darmträgheit, Gewichtszunahme, Haarausfall, Muskel- und Gelenkschmerzen werden berichtet. Letztere beruhen auf einer jetzt verringerten Kollagenproduktion. Denn Kollagen, ein Eiweißstoff, ist wichtig für das Stützgewebe unseres Körpers.
Unter welchen dieser Beschwerden die einzelne Frau leidet und wie stark sie auftreten, ist individuell sehr verschieden. So hat beispielsweise jede fünfte gar keine oder kaum Beschwerden, jede dritte milde, jede vierte sehr starke psychische und körperliche Beschwerden. Jede 20. Frau klagt über so starke Beeinträchtigungen, dass sie teilweise arbeitsunfähig ist. Langzeitfolgen des Östrogenmangels sind: erhöhtes Risiko für Osteoporose und Gefäßkrankheiten
Nach der Menopause verringert sich, bedingt durch die Abnahme der Östrogenproduktion, die Knochenmasse. Die Knochen werden brüchiger, vor allem die Wirbelkörper, aber auch Handgelenke und Oberschenkelhals. Bei jeder dritten Frau kommt es dadurch zur Osteoporose. Auch die Gefäße sind vom Östrogenmangel betroffen. Während die Frauen vor der Menopause durch ihr Östrogen wesentlich besser vor Gefäßkrankheiten geschützt sind als Männer, gleicht sich das Risiko nach der Menopause an. Die Wahrscheinlichkeit, eine Arteriosklerose zu entwickeln, steigt nun und damit die Gefahr, wie die Männer einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden
Hormonersatztherapie Um die verringerte Hormonproduktion auszugleichen, führen 20% der Frauen eine so genannte Hormonersatztherapie durch. Sie nehmen Östrogene, meistens kombiniert mit Gestagenen, ein. Die typischen Wechseljahresbeschwerden klingen dadurch schnell ab. Außerdem wird der Osteoporose und Gefäßerkrankungen vorgebeugt. Je nach individueller Vorbelastung und persönlichem Risikoprofil wird Ihre Frauenärztin/Ihr Frauenarzt mit Ihnen individuell abwägen, ob eine Hormonersatztherapie in Frage kommt.
Für die Zufuhr der Hormone gibt es Pillen oder Pflaster. Bei der Einnahme werden zwei Möglichkeiten unterschieden, die kontinuierliche (= tägliche Einnahme ohne Einnahmepause) und die zyklische. Die kontinuierliche Gabe verhindert weitgehend die Monatsblutungen, während es bei der zyklischen zu Abbruchblutungen kommt.
Und falls lediglich lokal begrenzte Beschwerden behandelt werden müssen, helfen hormonhaltige Salben und ähnliche Arzneiformen.
Gegen organische Begleitbeschwerden der Wechseljahre, beispielsweise trockene Augen, helfen sehr wirksam künstliche Tränen und gegen trockene Haut stark rückfettende Duschmittel/Lotionen sowie Salben/Lotionen mit Harnstoff.
Pflanzliche Alternativen Wollen Sie lieber auf pflanzliche Präparate ausweichen? Bewährt haben sich Auszüge aus der Traubensilberkerze (lateinisch Cimicifuga) und dem Johanniskraut. Sie gelten vor allem bei psychisch betonten Wechseljahresbeschwerden als wirksame, sichere und sehr gut verträgliche Alternative. Bis zum Einsatz der Wirkung können allerdings einige Wochen vergehen.
Wer gerne Arzneitees trinkt, kann zur Hemmung der Schweißabsonderung bei Hitzewallungen Tee von Salbei, Zinnkraut oder Frauenmantel nehmen. Zur Beruhigung, beispielsweise vor dem Schlafengehen, sind Hopfen und Baldrian ideal.
Das können Sie selbst tun: Beugen Sie dem jetzt steigenden Risiko bezüglich Gefäßerkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall usw.) und Osteoporose vor. Minimieren Sie Ihre diesbezüglichen Risikofaktoren und nutzen Sie regelmäßig die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen (z.B. Mammographie, Abstrich, Blutuntersuchungen, Knochendichtemessung usw.). Schalten Sie folgende Risikofaktoren möglichst ganz aus:
bezüglich Gefäßerkrankungen:
* zu hohen Cholesterinspiegel, * Rauchen, * Zuckerkrankheit, * Stress, * Gicht, * Bluthochdruck, * Bewegungsmangel, * Übergewicht.
bezüglich Osteoporose:
* kalziumarme Ernährung, * Östrogenmangel, * Untergewicht, * häufige Diäten, * Bewegungsmangel, * Rauchen, * starken Alkoholkonsum.
Um Körpergewicht und Knochendichte trotz des nun verringerten Energiebedarfs zu halten, hilft die richtige Ernährung. Empfehlenswert sind: Vollkorn-Getreideprodukte, Obst, Gemüse, viel Milch und Milchprodukte, sowie 2x pro Woche Seefisch. Geizen sollten Sie mit Fett und eher selten Fleisch und Wurst verzehren. Am besten essen Sie im täglichen Wechsel Fleisch, Fisch und Eier. Kaufen Sie stets magere Sorten (Milchprodukte, Käse, Wurst, Fleisch).
 Wichtig ist darüber hinaus jetzt eine ausreichende Zufuhr an Kalzium, Magnesium, Zink, Fluor, Mangan, Vitamin C, D und K. Wir beraten Sie diesbezüglich gerne.
Entscheidend für den Erhalt Ihrer Knochendichte ist regelmäßige körperliche Bewegung. Denn allein durch Sport lässt sich die Knochendichte um 14-37% erhöhen. Empfehlenswert sind Ganzkörpertraining, Ausdauertraining (Walking) sowie ergänzend Übungen zur Entspannung (Yoga, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen usw.).
Daneben gibt es diverse bewährte Hausmittel z.B. Wechselfußbäder mit und ohne Heublumenextrakt, wechselwarme Teilgüsse, Sitz-, Halb- oder Vollbäder mit Lavendel, Melisse, Rosmarin, Schafgarbe, Sole
|